Social Media Week verpflichtet sich zu 50 Prozent Frauen:

Das Frauen-Zählen ist eine eher deprimierende Aktivität, deswegen habe ich mich sehr gefreut, als heute folgende Meldung in meine Timeline gespült wurde:


Announcing Gender 50/50: Striving for Balance Among Social Media Week’s Global Community of Men and Women

.. Today, even more importantly, we are making a commitment that by the end of 2014, SMW — together with our community — commits to striving for a 50/50 balance in all our activities and in all cities. From our Advisory Boards to event hosts to speakers, we want SMW to be truly balanced in our representation of women and men.


Ziemlich spektakulär, finde ich. Die Social Media Week, die kein kleines Event ist, erklärt, dass sie überall 50 Prozent Frauen haben wollen: Gremien, Moderation, Panels. Respekt.

Hätte auch  der einen oder anderen Netzpolitik-Rubrik eine Meldung wert sein können .. nicht?


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selbstverpflichtung best-practices


Brennpunkt "Medien und Recht": 100% Männer

Vortragsreihe 24.4./22.5./ 26.6.2013 (Sommersemester)


paraflows.7 - Reverse Engineering: 20% Männer

Festival für Digitale Kunst und Kulturen

13.09.2012       Wien
Veranstaltet von:

paraflows – Festival für digitale Kunst und Kulturen


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50-prozent-plus wien kunst


Sónar Barcelona 2013: 94% Männer

Barcelona's 20th International Festival of Advanced Music and New Media Art

13.06.2013       Barcelona
Veranstaltet von:

Advanced Music S.L.


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barcelona musik festival


iico2013: 97% Männer

"einer der wichtigsten Internet-Kongresse im deutschsprachigen Raum"

13.05.2013       Berlin
Veranstaltet von:

Infopark AG


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berlin konferenz Internet


female:pressure - Künstlerinnen zählen:

Frauen zählen ist nicht neu. female:pressure zählt seit einer Weile Frauen, die im Bereich elektronischer Musik und Computerkunst arbeiten: DJs, Musikerinnen und Produzentinnen, Vokalistinnen, bildende Künstlerinnen, Bookerinnen, Labelmacherinnen, Wissenschaftlerinnen und Akademikerinnen, die sich mit der Materie beschäftigen.


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Wir haben Line-Ups von Festivals untersucht, Veröffentlichungen von Plattenlabels, Frauenquoten in diversen Top 100 Listen. Die Ergebnisse sind erschütternd – selbst für uns, die wir mitten in der Szene zuhause sind. Die meisten Festivals, ob mit öffentlichen Geldern gefördert oder nicht, legen offensichtlich so gut wie keinen Wert auf einen adäquaten Frauenanteil und Diversität. Ähnliches gilt für Labelveröffentlichungen – in Deutschland, einem Epizentrum elektronischer Musik und ihren Künstlerinnen, genauso wie in vielen anderen Ländern. Ein Frauenanteil von 10 % kann heutzutage bereits als überdurchschnittlich gelten. Es ist inakzeptabel, dass wir uns im 21. Jahrhundert immer noch oft als einzige Künstlerin auf einem Festival wiederfinden. (Pressemitteilung am 8. März 13)

Female Pressure zählt aber nicht nur, sondern ist vor allem eine sehr gut gefüllte Datenbank, die nach Regionen, Ländern, Stilen, Berufen und Namen durchsucht werden kann. Außerdem gibt es natürlich einen Event-Kalender und nicht zuletzt auch viel Musik.

So eine Datenbank wäre für Frauen, die sprechen, auch eine feine Sache, dauert aber sicher noch ein Weilchen.

 

(Danke Barb Nerdy!)


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musik ahnliche-projekte kunst


telegraphen_lounge zur NEXT: 0 Prozent: 100% Männer

2020 sind wir alle Cyborgs!

23.04.2013       Berlin
Veranstaltet von:

Veranstaltet vermutlich von der Telekom, nicht ganz eindeutig erkennbar

telegraphen_lounge zur NEXT, 23. April 2013:  2020 sind wir alle Cyborgs!

(Veranstaltet vermutlich von der Telekom, nicht ganz eindeutig erkennbar)

Vier Männer plus Moderator = Null Prozent

Gezählt von Teresa Bücker, @fraeulein_tessa


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cyborg medizintechnik next telekom prozent


Gender-Balance visualisiert:

Moritz Stefaner hat sich damit beschäftigt, wieviele Frauen es im Bereich Daten-Visualisierung gibt, und wieviele zu dem Thema bei Konferenzen sprechen. Praktischerweise hat er das visualisiert:

gender-balance

Jedes Viereck ist eine Konferenz, braun sind die Männer, grün die Frauen. Dies hier ist nur ein Screenshot, aber bei ihm könnt Ihr noch ein paar Details anzeigen lassen, etwa wie sich das Verhältnis verändert (kaum), oder wie der Vergleich große und kleinere Konferenzen aussieht:

Gender balance in conferences on data visualization, creative code, information graphics

Das wäre auf jeden Fall ein praktisches Hilfsmittel auch für andere Themenfelder.

(Danke Lorenz!)


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methoden


Sie kann sprechen:

medium_4718590913Häufig bei Konferenzen, Podien, Talk-Shows reden mehr Männer als Frauen*. Oft auch nur Männer. Begründet wird das damit, dass es keine oder zuwenig kompetente Frauen im jeweiligen Gebiet gebe. Manchmal stimmt das, meistens nicht. Wer als kompetent gesehen wird, hängt natürlich auch von der Perspektive der Betrachenden ab.

Zum Thema gehört auch die Frage, wie interessante Podien gestaltet werden. In den allermeisten Fällen reden die, die immer zu einem Thema reden. Häufig langweilt das einen großen Teil des Publikums. Das liegt oft daran, dass 'große Namen' her müssen, dass für die Organisation wenig Zeit da ist, dass im Spezialgebiet XY keine Frauen zu finden sind, dass innerhalb eines bestimmten Kreises von etablierten Leuten Neue wenig Chancen haben. Wer viel redet, wird auch viel eingeladen.

Das sind nur einige der Aspekte, die eine Rolle spielen. Natürlich geht es nicht nur um Frauen, sondern um alle, die keine weißen, deutschen, akademischen Männer im mittleren Alter sind.

Natürlich ist die Quote nicht, was irgendwen glücklich macht, gut erklärt gerade von Antje Schrupp: Frauen in Zeiten der Quote . Das heißt aber nicht, dass die Zahlen deswegen keine Rolle spielten.

Irgendwann letztes Jahr gab es den Versuch, eine 'Speakerinnen-Plattform' zu starten, die Weiterentwicklung der Speakerinnen-Liste bei netzfeminismus.org. Der erste Versuch ist erstmal baden gegangen, aufgegeben ist die Idee aber nicht. Es fehlt derzeit an etwas Geld, an Webdesign und Motivation, aktiv mitzuarbeiten an etwas, das eigentlich relativ überschaubar ist: eine Datenbank mit Frauen, die zu bestimmten Themen reden können und wollen, thematisch nicht eingegrenzt. Der Bedarf ist eindeutig da, Interesse auch. Falls es also noch Interessierte gibt, die hier gern ein bisschen Energie reinstecken wollen: bitte meldet Euch per Mail oder Kommentare.

In der Zwischenzeit zählen wir weiter Frauen. Anne Schüssler hat das im März sehr schön beschrieben:

Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau ist heute deutlich subtiler und man muss da schon eher im Detail gucken und sich im Zweifelsfall dann eben über kleine Dinge aufregen, die eigentlich gar nicht schlimm sind, wenn sie nicht Teil eines viel größeren Problems wären.

Deswegen zähle ich Frauen.

Ich zähle Frauen, wenn ich in irgendwelchen Meetings bin, wenn ich auf Konferenzen bin, wenn ich die Liste der Speaker für irgendeine Konferenz vorliegen habe (und die nicht zwingend technisch sein muss), wenn ich eine Fachzeitschrift durchblättere, wenn ich Fernsehen gucke oder einfach nur die Fernsehzeitung durchblättere, und in vielen anderen Situationen. Und meistens ist die Zahl, die dabei rauskommt sehr traurig.


Ich zähle auch sehr oft, und habe deswegen jetzt ein eigenes Blog dafür angefangen, um die Zählereien zu dokumentieren und mit ein bisschen Material anzureichern. Wer auch ab und zu zählt und damit hier verewigt werden möchte: SEHR gern! Genauso interessiere ich mich für gute Texte, Bilder, Videos, Cartoons zum Thema.

Warum ich damit heute angefangen haben? Weil beim tazlab heute in Berlin nur 36% Frauen waren. Wenn ich mich nicht verzählt habe. Aber viel mehr waren es jedenfalls nicht.

 

* Mit Frauen meine ich der Einfachheit halber alle, die sich selbst als eine sehen

Foto: Alexa Clark, Flickr, CC-BY-NC-Lizenz


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